01.06.2026 – Quelle: https://t3n.de
Der japanische Tech-Konzern Softbank will 75 Milliarden Euro in den Ausbau der KI-Infrastruktur in Frankreich stecken. Weit über die Hälfte der Rekordsumme soll in den Bau von Rechenzentren im Norden des Landes fließen.
Spätestens auf dem AI Action Summit im Februar 2025 hat sich Frankreich als KI-Nation der Zukunft präsentiert. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte im Rahmen der Konferenz unter anderem angekündigt, 109 Milliarden Euro in den Ausbau von KI-Rechenzentren stecken zu wollen.
Softbank investiert massiv in KI
Bis Ende 2027 soll in der Nähe von Paris etwa ein Rechenzentrum mit einer Kapazität von 1,4 Gigawatt entstehen. Das milliardenschwere Projekt wird von Nvidia, Mistral AI, der französischen Förderbank Bpifrance und dem Investmentfonds MGX aus Abu Dhabi gemeinsam finanziert, wie das Handelsblatt berichtete. Noch einmal deutlich größer dimensioniert soll eine von Softbank geplante Investition in Frankreichs KI-Infrastruktur sein.
Wie der japanische Tech-Konzern und Großinvestor am 30. Mai 2026 mitgeteilt hat, sollen insgesamt 75 Milliarden Euro in französische KI-Rechenzentren fließen. Damit soll eine Kapazität von fünf Gigawatt errichtet werden. Allein 45 Milliarden Euro will Softbank demnach in KI-Rechenzentren mit einer Kapazität von 3,1 Gigawatt stecken, die in der nordfranzösischen Region Hauts-de-France angesiedelt sein sollen.
Rasantes KI-Wachstum unterstützen
Für Softbank ist es die nach eigenen Angaben bisher größte Investition in KI-Infrastruktur in Europa. Primäres Ziel des Unternehmens: „das rasante KI-Wachstum unterstützen, indem der Zugang zu Hochleistungsrechenkapazitäten in Frankreich erweitert wird“.
Roland Lescure, Frankreichs Minister für Wirtschaft, Finanzen und die industrielle und digitale Souveränität des Landes, erklärte, dass die Softbank-Investition von „Macrons Bestreben, Frankreich als führendes Ziel entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette zu positionieren“, zeuge.
Macron eröffnet Gipfel „Choose France“
Die Ankündigung Softbanks kommt im Vorfeld der 2026er-Auflage des von Macron ins Leben gerufenen Wirtschaftsgipfels „Choose France“, der am 1. Juni 2026 eröffnet wird. In dessen Rahmen kommen über 200 Konzernlenker:innen aus rund 50 Ländern mit politischen Entscheidungsträger:innen und Vertreter:innen der Wirtschaft Frankreichs zusammen. Sie sollen sich über mögliche Projekte und Investitionen in den Bereichen KI und Energie austauschen, wie es vonseiten des französischen Ministeriums für Europa und auswärtige Angelegenheiten heißt.
Laut dem sogenannten Attraktivitätsbarometer der Beratungsagentur EY war Frankreich 2025 zum siebten Mal in Folge Europas attraktivster Standort für ausländische Direktinvestitionen. Allein die Investitionen in KI sollen demnach gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent angestiegen sein.
