US-Regierung stellt KI-Aktionsplan vor: Abkehr von Regulierung und „woken“ Ansichten

Juli 24, 2025

24.07.2025 – Quelle: https://www.deutschlandfunk.de

Die US-Regierung will die Führungsrolle der Vereinigten Staaten im Bereich der Künstlichen Intelligenz mit Hilfe einer neuen Strategie verteidigen. Dazu hat Präsident Trump einen KI-Aktionsplan vorgestellt. Doch was steht darin?

Auf 25 Seiten stellt die US-Regierung technische, aber auch inhaltliche Visionen für die Künstliche Intelligenz vor. Damit wollen die USA angesichts der wachsenden Konkurrenz durch China ihre „globale technologische Dominanz“ wahren.

Deregulierung

Im Plan heißt es, um die globale Führungsrolle im KI-Bereich aufrechtzuerhalten, müsse der amerikanische Privatsektor von bürokratischen Hürden befreit werden. KI sei zu wichtig, „um in diesem frühen Stadium in der Bürokratie zu ersticken“. Bundesmittel sollen nicht in die Beschränkung von KI fließen, aber das Recht der Bundesstaaten auf Regulierung bleibe bestehen – sofern diese keine Innovationen hemme.
Bereits kurz nach Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar hatte Trump Vorgaben seines Vorgängers Biden zur Regulierung aufgehoben. Danach sollten große KI-Entwickler wie OpenAI und Google ihre Sicherheitsbewertungen und weitere zentrale Informationen an Bundesbehörden weitergeben. Die Biden-Vorgaben beruhten jedoch weitgehend auf der freiwilligen Mitarbeit der Unternehmen.
Auch in Unternehmen und staatlichen Behörden soll KI schneller adaptiert werden. Helfen sollen dabei „KI-Exzellenz-Zentren“ im ganzen Land, in denen „Forscher, Startups und etablierte Unternehmen“ KI-Modelle testen und im Anschluss ihre Ergebnisse teilen.

Inhaltliche Ausrichtung

In dem Aktionsplan heißt es zudem, KI-Systeme müssten „frei von ideologischer Voreingenommenheit“ sein und „objektive Wahrheiten verfolgen“. Ein hochrangiger Mitarbeiter des Weißen Hauses sagte, dies gelte für alle Unternehmen, die Geschäfte mit der Regierung machen wollten. Damit ist gemeint, dass KI keine „woken“ Ansichten wiedergeben soll, die Trump seinen Gegnern vorwirft. Wörtlich heißt es darin: „Bezugnahmen auf Desinformation, Diversität, Antidiskriminierung, Inklusion und Klimawandel sollen eliminiert werden“.
Im Plan heißt es auch, die führenden KI-Modelle sollten die freie Meinungsäußerung schützen und sollten auf „amerikanischen Werten“ basieren – ohne jedoch auszuführen, welche Werte damit gemeint sind.
Trumps KI-Berater David Sacks kritisiert schon seit langem die angeblich „woke KI“, unter anderem weil der KI-Generator von Google bei der Frage nach den Gründervätern der USA Bilder von Schwarzen, asiatischen und indigenen Männern ausgab.

Technische Voraussetzungen und Forschung

Der Plan sieht zudem vor, den Bau von Datenzentren zu erleichtern. Auch der Export von KI-Technologien in andere Länder soll gefördert werden. Die US-Regierung plant zudem, die heimische Halbleiter- und Chipindustrie wiederzubeleben – heute werden diese zumeist aus Asien importiert. Darüber hinaus soll von der KI vorangetriebene Forschung gefördert werden und Beschränkungen für sie fallen. Als Beispiele werden die Entwicklung neuer Materialien und von Proteinstrukturen genannt.

Welche Reaktionen gibt es auf die KI-Pläne der Regierung?

Aus dem Trump-Lager gibt es naturgemäß Lob. KI-Berater Sacks sagte: „Fortschritt passiert. Wenn man ihn versucht zu stoppen, ist es so wie die Gezeiten zu stoppen. Wenn wir es nicht machen, wird es jemand anders übernehmen.“
Doch nicht alle sehen das so. Am Mittwoch unterzeichneten mehr als 100 Gruppen, darunter Gewerkschaften, Elterngruppen, Organisationen für Umweltgerechtigkeit und Befürworter des Datenschutzes, eine Resolution, in der sie sich gegen Trumps industriezentrierte KI-Politik aussprechen und einen „KI-Aktionsplan des Volkes“ fordern, der sich in erster Linie um die Bürger kümmere.

 

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