22.04.2026 – Quelle: https://www.produktion.de
Künstliche Intelligenz ist aus Sicht von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ein entscheidender Hebel für die Zukunft der deutschen Industrie.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht Künstliche Intelligenz als entscheidenden Faktor für die Zukunft der deutschen Industrie. Auf der Hannover Messe bezeichnete die CDU-Politikerin KI als “eine Überlebenschance” für den Industriestandort Deutschland, wie aus einer dpa-AFX-Meldung hervorgeht.
Zugleich verband Reiche mit der Technologie einen klaren industriepolitischen Anspruch. KI biete die Möglichkeit, als Industrieland auf die Weltbühne der KI-Giganten zu kommen. “Da gehören wir hin”, sagte Reiche. Sie zeigte sich überzeugt, dass deutsche Unternehmen dazu in der Lage seien.
Warum Künstliche Intelligenz für die Industrie zentral ist
Nach Ansicht der Ministerin liegen die Voraussetzungen dafür im industriellen Kern des Standorts. Deutschland verfüge über eine hohe industrielle Fertigungstiefe und “sitzt auf einem riesigen Datenschatz”, um den die USA das Land beneiden würden.
Aus Reiches Sicht kommt es nun darauf an, diese vorhandenen Daten deutlich besser zu nutzen. Gerade darin sieht sie eine wesentliche Voraussetzung, damit Unternehmen KI-Anwendungen entwickeln und im industriellen Maßstab einsetzen können.
Wie Reiche die EU-Regulierung bewertet
Kritisch äußerte sich die Ministerin zur europäischen Regulierung. Die KI-Verordnung der EU behandele das Thema, als gehe es um “Spielzeug-Chatbots”. Tatsächlich stehe jedoch die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie auf dem Spiel.
Reiche forderte deshalb, die Regeln so anzupassen, dass Industriedaten für KI nutzbar würden. Ohne entsprechende Änderungen könnten Unternehmen ihre Daten nicht für das Training von Anwendungen einsetzen.
USA profitieren von europäischen Hürden
Mit Blick auf internationale Wettbewerbsbedingungen warnte Reiche vor konkreten Standortnachteilen. Es sei “nicht in Ordnung”, dass Unternehmen etwa beim Training autonomer Autos in die USA ausweichen müssten, weil sie Daten in Europa nicht ausreichend nutzen dürften.
Nach ihren Angaben entstehen entsprechende Trainings- und Schulungszentren deshalb an der US-Westküste. Die Ministerin machte damit deutlich, dass aus ihrer Sicht zu strenge Vorgaben nicht nur Innovationen bremsen, sondern auch industrielle Wertschöpfung verlagern können.
Was Reiche jetzt von der Politik verlangt
Neben einer Anpassung der Regulierung plädierte Reiche für mehr Geschwindigkeit im politischen Handeln. Man müsse schneller, mutiger und entschlossener werden. Dazu gehöre auch, notfalls in Kauf zu nehmen, Regulierungen nicht in jedem Punkt perfekt umzusetzen.
Damit verbindet die Ministerin die Erwartung, dass Deutschland seine industriellen Datenbestände und technologischen Stärken konsequenter in Wettbewerbsvorteile ummünzt.
